Klein, aber fein – das Schirkanyer Treffen 2023



…fast wie eine Familienfeier in vertrauter Runde!


Es ist Sonntagabend und es regnet ununterbrochen. Das ist das passende Wetter, um es sich bei einer Tasse Tee gemütlich zu machen und das Schirkanyer Treffen nochmals Revue passieren zu lassen.

Als die Anfrage von Krimhild kam, fragte ich mich: warum soll ich, als Weidenbächerin und Eingeheiratete, den Bericht zum Heimattreffen schreiben? Wäre es nicht besser, es würde ein Schirkanyer oder eine Schirkanyerin über das Treffen vom 7. Oktober berichten? Vermutlich hat sich niemand freiwillig gemeldet!

„Wot soll ech sön?“ Ich berichte gerne über das diesjährige Treffen, weil ich auch gerne dabei war und es richtig schön fand. Die HOG Schirkanyen feiert in diesem Jahr ihr 40jähriges Jubiläum und ich bin schon seit 30 Jahren an dieser Gemeinschaft interessiert und bei jedem Treffen dabei.


Für das Treffen im Gasthof Adler hatten sich in diesem Jahr 75 Personen angemeldet. Das sind nicht viele, wenn man bedenkt, wie viele Schirkanyer noch kommen hätten können. Aber der Abwärtstrend macht auch vor der kleinen Burzenlandgemeinde nicht Halt und so muss man sich freuen, wenn derartige Treffen überhaupt noch stattfinden.

Der Gasthof Adler in Augsburg-Hammerschmiede bewirtete uns den ganzen Tag und bot uns das passende Ambiente für eine schöne und gemütliche Feier.


Mit dem Klang der Schirkanyer Kirchenglocken begann der offizielle Teil. Herr Pfarrer Norbert Kirr hielt eine sehr interessante Andacht und erinnerte an die Dienste der Schirkanyer „Omfrau“ (Hebamme). Unsere Aufmerksamkeit hatte er sofort mit einer Quizfrage geweckt…

Nach der Andacht gab es für alle Teilnehmer ein leckeres Mittagessen, das wie zu früheren Zeiten und daheim üblich, auf Platten am Tisch serviert wurde und uns den Charakter einer privaten Feier vermittelte. Das ist aus meiner Sicht auch einer der Pluspunkte bei einer so kleinen und „kuschligen“ Gesellschaft. Die Kostenübernahme seitens der HOG für das dreigängige Mittagsessen, das Mineralwasser auf den Tischen und den Kaffee kam bei allen Teilnehmern sehr gut an; es wurde als kleines Dankeschön für die Mitgliedertreue angenommen.

Und wenn wir schon beim Essen sind, das bekanntlich auf sächsischen Feiern und Treffen immer eine große Rolle spielt, möchte ich auch das leckere und abwechslungsreiche, tolle Kuchenbuffet erwähnen. Dass die Schirkanyerinnen super backen können, ist ja schon weit über die Grenzen des Burzenlandes bekannt, aber dass sie dies auch immer wieder mit viel Herzblut für die Treffen tun und somit unsere Gaumen richtig verwöhnen, ist nicht selbstverständlich. Es gab eine wunderschöne Schirkanyer Wappen-Motiv-Torte, verschiedene Schnitten, wie wir sie aus siebenbürgischen Backbüchern kennen, moderne Fruchttorten und sogar Baumstriezel nach feinster Burzenländer Art, mit einem „fluffigen“ Teig, mit prachtvoller Zuckerglasur und mit dem bekannten Geschmack nach Heimat und Tradition!



Und nun, zurück zum Programm: Nach dem Mittagessen begrüßte uns Jürgen Foith und berichtete von den Tagungen und Aktivitäten der Burzenländer Gemeinden. Er überbrachte auch einen Gruß aus Schirkanyen und informierte über anstehende und geplante Vorhaben.

Krimhild Bonfert las den Bericht der Kasse vor und zählte alle Ausgaben seit dem letzten Treffen auf. Ich muss gestehen, dass ich bei diesem Programmpunkt gut zugehört, aber inzwischen auch wieder alles vergessen habe. Das war für mich nicht das Wichtigste auf diesem Treffen! Sicherlich gehören auch gewisse Formalitäten zu einem Treffen dazu, schließlich wird die Heimatortsgemeinschaft von den Mitgliedsbeiträgen und Spenden ihrer Mitglieder getragen und finanziert.

Ein weiterer wichtiger und auch spannender Punkt waren die Vorstandswahlen. Als Wahlleiter wurde Hans-Gerhard Gross bestellt und er erfüllte diesen Job souverän und stilsicher, wie kein anderer. Wir können alle froh und dankbar sein, dass der alte Vorstand sich bereit erklärt hat eine weitere Wahlperiode dieses Ehrenamt weiterzuführen. Zur Unterstützung wurden noch zwei Neulinge in den Vorstand gewählt, die bis zur nächsten Wahl dem alten Vorstand über die Schultern schauen können um dann richtig in das Ehrenamt einzusteigen. Da ein detailliertes Wahlprotokoll im Heimatblatt veröffentlicht wird, möchte ich hiermit nicht alle gewählten Vorstandsmitglieder aufzählen. Ich möchte lediglich ein ehrlich gemeintes Dankeschön Allen aussprechen, die sich in irgendeiner Form für die Gemeinschaft einsetzen und ihre Freizeit dafür opfern, motivierend und begeistert Veranstaltungen der HOG planen, organisieren und durchführen… Dankeschön, es ist schön, wenn man als Gast das alles genießen darf!

Nach den Wahlen stellte Krimhild uns noch die Homepage der Genealogie der Siebenbürger Sachsen (https://vgss.de🡵) vor. Das ist eine sehr interessante und spannende Homepage, wenn man auf der Suche nach seinen Vorfahren ist, und es lohnt sich, sich damit zu beschäftigen.


Erleichtert über die Tatsache, dass es mit der Schirkanyer Heimatortsgemeinschaft weitergeht, gingen wir dann zum gemütlicheren Teil des Tages über. Im Hintergrund wurden Bilder von den Jugendtreffen aus Vestenbergsgreuth, der Wildschönau und der Wanderwochenenden aus Tirol gezeigt. Ich traue mich nicht, diese Treffen weiterhin als Jugendtreffen zu bezeichnen, da der Altersdurchschnitt der Teilnehmer weit über dem Jugendalter liegt und das Alter des „Jugendvertreters“ auch eher an dessen Ruhestand und weniger an seine Jugendzeit erinnert…

Der Abend wurde musikalisch von der Augsburger Zwei-Mann-Band „TOP 40“ gestaltet und es wurde – wie immer bei den Schirkanyern auch taktsicher, galant und viel getanzt. Wer mit Gelenkschmerzen oder mit falschem Schuhwerk da war, konnte mitsingen und sich anderweitig unterhalten. Gut, dass es im Gasthof Adler auch Fremdenzimmer gibt; so konnten einige Weitgereiste bis zum Schluss mitmachen und erst am nächsten Tag nach Hause fahren.


Sicherlich gibt es auch nach diesem Treffen Stimmen, die behaupten, man könnte einiges besser oder anders machen, aber für mich war das Treffen nahezu perfekt! Ich habe es einfach wieder genossen, viele Bekannte und Freunde zu treffen und den Alltag für ein paar Stunden zu vergessen.

Auch wenn mein Herz eigentlich für meine Heimatgemeinde schlägt, so fühle ich mich bei den Schirkanyern mindestens genauso wohl, wie bei den Weidenbächern, weil ich finde, dass jedes Treffen seinen besonderen Reiz hat und einfach nur Spaß macht, wenn man das möchte und sich darauf einlässt… Ich werde es immer wieder tun, sowohl bei den Weidenbächern, als auch bei den Schirkanyern und ich freue mich heute schon auf das nächste Treffen!

Herzliche Grüße!

Autor: bwk

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